Permanente Inventur Anwendung, Beispiel, Vorteile, Nachteile

BuchhaltungBuchhaltung lernenInventurverfahren – Hier lernen Sie mehr zum Thema permanente Inventur sowie zu den Vorteilen und Nachteilen. Sie erhalten weiterhin ein kurzes Beispiel und die Grenzen der Anwendung bei der permanenten Inventur.

Die permanente Inventur Anwendung, Beispiel, Vorteile, Nachteile und Definition

Permanente Inventur, Definition, Vorteile, Nachteile, Anwendung, Beispiel
Permanente Inventur, Definition, Vorteile, Nachteile, Anwendung, Beispiel

Was ist die permanente Inventur?

Definition: Die Durchführung einer permanenten Inventur bedeutet, dass sie fortlaufend während des ganzen Jahres ( Zeitraum ) bis zum Bilanzstichtag erfolgt. Im Gegensatz zur Stichtagsinventur wird die Bestandsaufnahme jedes Produkts an einem beliebigen Tag während des Jahres vorgenommen.

Zu beachten ist jedoch, dass hier lediglich die körperliche Inventur, also die mengenmäßige Bestandsaufnahme der Waren und Fertigungsmaterialien gemeint ist. Denn die buchmäßige Inventur, also die Überführung in die Bilanz, findet erst zum Ende des Wirtschaftsjahres statt. Sobald eine körperliche Inventur durchgeführt wurde, wird sie bis zum Bilanzstichtag fortgeschrieben.

Die Belege dokumentieren die Bestände

Während dieses Zeitraums müssen Sie sämtliche Entnahmen und Einlagen mit Belegen dokumentieren. Der Gesetzgeber ist hier sehr streng. Er fordert neben der Angabe von Art, Menge und Datum auch eine zehnjährige beziehungsweise sechsjährige Aufbewahrungsfrist der Belege.

Die Kontrolle der permanenten Fortschreibung führt zu Korrekturen

Zusätzlich verlangt der Gesetzgeber, dass Sie einmal während des Geschäftsjahres eine Kontrolle der permanenten Fortschreibung durchführen. Dies bedeutet, dass ein Abgleich zwischen der im Zuge der körperlichen Bestandsaufnahme ermittelten Werte und dem Buchbestand vorzunehmen ist. Sollte es dabei zu Abweichungen kommen, müssen die Buchbestände im Unternehmen korrigiert werden.

Die Anwendungsmöglichkeiten der permanenten Inventur

Grundsätzlich kann man die permanente Inventur bei sämtlichen Wirtschaftsgütern anwenden.

Welche Ausnahmen gibt es?

Ausgenommen davon sind besonders wertvolle Vermögensgegenstände. Darüber hinaus darf die permanente Inventur auch nicht bei Waren mit unkontrollierten Zu- beziehungsweise Abgängen eingesetzt werden. Darunter sind Güter zu verstehen, die leicht verderblich beziehungsweise zerbrechlich sind oder verdunsten beziehungsweise an Gewicht verlieren können. In diesen Fällen ist eine Anwendung nur dann möglich, wenn der Betrieb über exakte Erfahrungswerte bezüglich der Abgänge der Vermögensgegenstände hat.

Die Vorteile einer permanenten Inventur

Sie erfahren hier mehr zu den Vorteilen der permanenten Inventur:

Der Zeitpunkt ist frei wählbar

Der größte Vorteil der permanenten Inventur ist, dass der Zeitpunkt der körperlichen Bestandsaufnahme frei wählbar ist. Weiterhin können Inventurhandlungen somit über das ganze Jahr verteilt sein.

Es entsteht kein Zeitdruck

Da kein Zeitdruck besteht und qualifiziertes Personal eingesetzt werden kann, sind bessere Ergebnisse und weniger Fehler zu erwarten.

Der Arbeitsaufwand wird minimiert

Der Arbeitsaufwand im Zuge der Bestandsaufnahme kann minimiert werden, indem sie bei niedrigen Warenbeständen durchgeführt wird.

Im Betrieb gibt es kein Stillstand durch die Inventur

Es kommt zu keinem Stillstand des Betriebs und unternehmerische Prozesse werden nicht stark gestört.

Die Nachteile der permanenten Inventur

Ein Problem beziehungsweise Nachteile ergeben sich bei der permanenten Inventur:

  • Durch die hohen Anforderungen an die buchhalterischen Erfassungen, welche sich jedoch mit einem Warenwirtschaftssystem und sonstiger Technik minimieren lassen.
  • Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Inventurart sind eingeschränkt und können nicht auf alle Produkte angewendet werden.

Die permanente Inventur am Beispiel erklärt

Hier erhalten Sie ein kurzes Beispiel der Vorgehensweise für die permanente Inventur:

Während der Sommermonate hat ein Wintersportgeschäft Zeit für jede Ware eine exakte Inventur durchzuführen. Bis zum Bilanzstichtag am 31.12.X0 werden sämtliche weitere Ein- und Ausgänge mit Belegen dokumentiert und im elektronischen Warenwirtschaftssystem erfasst. Am Ende des Wirtschaftsjahres werden alle Fortschreibungen in die Bilanz aufgenommen.

Die weiteren Inventurarten in der Buchhaltung

Hier finden Sie weitere Inventurarten beziehungsweise Inventurverfahren, um die Merkmale, Vorteile und Nachteile zu lernen.